Rein biologisch gesehen sind die Falken (lat.: falco)
eine Greifvogelfamilie, die in ganz Europa und über die Grenzen
hinaus verbreitet ist. Die Legende besagt, dass an einem
sonnigen Tag, nach dem 2. Weltkrieg eine Gruppe Jugendlicher auf
Wanderschaft und auf der Suche nach einem Namen für die
Nachfolgeorganisation der "Kinderfreunde" war, die von der
nationalsozialistischen Regierung verboten wurde. Auf einmal kreiste der besagte Vogel über den Köpfen der Jugendlichen. Diese waren von der Stärke, der Freiheit, der Geschwindigkeit und der Unabhängigkeit des Vogels derart fasziniert, dass sie ihn zum Symbol ihrer Bewegung machten. Wie und warum die Falken gegründet wurden: Im letzten Jahrhundert lebten Arbeiter/innen unter sehr widrigen Lebensumständen: geringe Löhne, hohe Mieten, überfüllte Wohnungen mit wenig Sonnenlicht, 12 Stunden Arbeitstag, Samstagsarbeit, nicht genügend Geld für eine vernünftige Ernährung und keine Kranken-, Arbeitslosen-, Unfall- und Rentenversicherung. Die Kinder gingen nur 7 Jahre in die Schule, wenn überhaupt. Viele mussten arbeiten, damit ihre Familien genug Geld zum leben hatten, und Taschengeld, gab es sowieso nicht. Aber wie kam es, dass die Menschen so arm waren? Zu Beginn der Industrialisierung beuteten die Unternehmer ihre Arbeiter/innen bis über die Grenze des Erträglichen hinaus aus, um ihre Profite zu maximieren. Je weniger sie ihren Arbeiter/innen zahlten, desto mehr Gewinn erzielten sie. Da es genügend Menschen gab, die auf die Arbeit in den Fabriken angewiesen waren, konnten die Unternehmer ihre Lohnvorstellungen durchsetzen. Weil es den Arbeiter/innen so schlecht ging kamen sie auf die Idee, sich zusammenzuschließen und sich gemeinsam für mehr Lohn, Kündigungsschutz, Rente, Krankenversicherung und vieles mehr einzusetzen. In den Fällen, in denen Die Unternehmer seinen Arbeiter/innen Sozialleistungen und bessere Löhne vorenthielten, verweigerten alle Arbeiter/innen solange die Arbeit, bis der Unternehmer den Forderungen der Arbeiter/innen nachkam (das nennt man Streik). Und damit die Streiks besser organisiert werden konnten, gründeten die Arbeiter/innen eine Gewerkschaft. Die Arbeiter/innen und ihre Familien wollten aber nicht nur bessere Arbeitsbedingungen, sondern noch ein bisschen mehr vom Leben. Also gründeten sie Vereine, in denen sie sich trafen, über ihr Leben redeten, gemeinsam sangen oder turnten, Lesen und Schreiben lernten und natürlich viel über ihre Lebensbedingungen und Arbeitsbedingungen diskutierten. So entstanden auch die Vorläufer der
Falken: Kurze Zeit später wurden die "Kinderfreunde" gegründet. Das war eine Organisation, in der Kinder ihre Freizeit verbrachten. Sie trafen sich in Gruppen und fuhren im Sommer in große Zeltlager, die "Kinderrepubliken" genannt wurden. Wie alle anderen Organisationen der Arbeiterbewegung wurden auch die Kinderfreunde und die SAJ in der Zeit des Nationalsozialismus verboten. Nach der Befreiung vom Faschismus fanden sich die früheren Freund/innen und Mitglieder der SAJ und der Kinderfreunde wieder zusammen und begannen mit der Gruppenarbeit. Sie bildeten nicht wieder zwei getrennte Organisationen für Kinder und für Jugendliche sondern schlossen sich zu einem Verband zusammen, der Sozialistischen Jugend Deutschlands - Die Falken. Der Falke ist heute das Zeichen der Kinder- und Jugendorganisation, die sich für mehr Kinderrechte, den Frieden und den Sozialismus einsetzt. Dies geschieht bei den Falken nicht nur theoretisch, sondern vor allem praktisch. So bieten die Falken den Kindern und Jugendlichen Orte, an denen sie sich treffen und organisieren können und bringen sie schon früh in Kontakt mit der Demokratie. Bei den Falken finden Kinder und Jugendliche eine Plattform, auf der sie sich und ihre Gedanken präsentieren können. So organisieren die Falken zum Beispiel Demonstrationen, auf denen die Kinder auf ihre Probleme aufmerksam machen können. Die Falken kämpfen ebenso für eine gesunde Umwelt, gewaltfreie Erziehung, Gerechtigkeit und gleiche Rechte für alle. Sie setzen sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Faschismus ein. |